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Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines Artikels  mit dem Titel
 MORTON SMITH COULD NOT HAVE BEEN A FORGER OF SECRET MARK: THE PROOF  von Yuri Kuchinski


 

MORTON SMITH KONNTE KEIN FÄLSCHER DES GEHEIMEN MARKUS EVANGELIUMS GEWESEN SEIN: DER BEWEIS

Allem Anschein nach, geht dieses Dokument doch auf alte Zeiten zurück.

Von Yuri Kuchinsky

1.

Dieser Artikel wird jenseits aller Schatten eines Zweifels beweisen, daß der Brief von Clement, wie von Morton Smith veröffentlicht, keine moderne Fälschung sein kann. Mit anderen Worten, Smith konnte kein Fälscher dieses Briefes gewesen sein.

Der Schlüssel zu meinem Argument ist, daß die Fragmente des Geheimen Markus Evangeliums, wie in Clements Brief zitiert, zufällig zur westlichen Textart gehören (Ich ziehe es vor sie als die 'Periphere Textart' zu beschreiben). 

Die Tatsache, daß das Geheime Markus Evangelium zum Westlichen Text gehört, ist äußerst bedeutungsvoll. In seinem CLEMENT OF ALEXANDRIA, Harvard, 1973, bemerkte Smith bereits diese Merkmale in den Fragmenten des Geheimen Markus Evangeliums, und zitierte 5 Textpassagen, wo das Geheime Markus Evangelium einmalige Parallelen zum westlichem Text zeigt, (2 von ihnen ganz schwach nach Smith's eigener Einschätzung. Alle waren nur Parallelen zum Evangelium von Markus.

Aber, wie ich weiter zeigen werde, verstand Smith nicht wirklich die volle Bedeutung dieser Parallelen zwischen dem Geheimen Markus Evangelium und dem westlichen Text -- und er hängte dieses besondere Merkmal seines sehr umfangreichen Studiums der Fragmente des Geheimen Markus Evangeliums auch nicht an die große Glocke.

In diesem Artikel werde ich zeigen, daß Smith einige große Fehler auf diesem Gebiet machte und daß er einige andere und noch bessere Parallelen zwischen dem Geheimen Markus Evangelium und dem westlichen Text - fünf in der Zahl - nicht sah.

Diese fünf neuen Parallelen, die ich jetzt identifiziert habe, gehören alle zum Johannine-Material, und sie sind alle direkte Parallelen zu der Geschichte von der Auferstehung des Lazarus; nur eine von Smith's vorher identifizierten Parallelen war so eine direkte Parallele (die aber zum markinischen Material gehörte). 

Nun, weil Smith keine von diesen fünf Johannine-Parallelen sah, die dort schon immer vorhanden waren -- weil er über ihr Vorhandensein vollkommen ahnungslos war, was offensichtlich der Fall war  -- bedeutet das, daß er sie nicht hinein gesetzt haben konnte. Also war er nicht der Fälscher.

Allgemein kann man sagen, daß Smith in seinem CLEMENT OF ALEXANDRIA keine große Vertrautheit mit dem westlichen Text zeigt, oder irgend ein wirkliches Interesse daran. In der Tat scheint das Gegenteil der Fall zu sein; er läßt es immer wieder als spät und abgeleitet fallen. Alles in allem, scheint er eher von diesen westlichen Textparallelen in Verlegenheit gebracht zu werden, daß sie überhaupt im Geheimen Markus Evangelium vorhanden sind. Er versucht sogar darum zu argumentieren, daß das Geheime Markus Evangelium eine Quelle des westlichen Textes gewesen war, (!), eine meines Wissens ganz merkwürdige Theorie, die bis jetzt keine anderen Anhänger gesammelt hat... (Normalerweise, wenn zwei ansonsten unverbundene Texte einige außergewöhnliche Ähnlichkeiten zeigen, wird angenommen, daß schließlich beide in irgendeiner Art von einer gemeinsamen Quelle abhängen.)

In der Tat war Smith immer ein Anhänger des mainstream Alexandrinischer Text gewesen, der Griechische Text der Evangelien, das was für ungefähr die letzten 100 Jahre die Basis total "moderner" Englisch- und Deutschsprachiger Neu-Testamentarischer Texte bildete. Darüber hinaus klingt er in seinem Buch ganz dogmatisch; er scheint nie irgendwelche Zweifel zu hegen, daß der Alexandrinische Text heute vielleicht nicht mehr das Beste unter der Sonne ist (Persönlich kann ich nicht mehr mit dieser Ansicht übereinstimmen).

Deshalb ist dies die allgemeine Perspektive, von der aus sein CLEMENT OF ALEXANDRIA geschrieben wurde. Aber warum würde er dann "seinen" Geheimen Markus überhaupt mit irgend welchen westlichen Textelementen spicken, geschweige denn mit jenen, von denen er nicht einmal wußte, daß es sie gab? Zusätzlich zu allen anderen beteiligten Unwahrscheinlichkeiten, daß Smith ein Fälscher des Geheimen Markus sein soll, scheint dies ein entscheidender Punkt zu sein und macht eine Fälschung von Smith vollkommen unmöglich.

Er mochte den westlichen Text nicht, er wußte (bis jetzt zusammen mit allen anderen) nicht einmal, zu welchem Ausmaß das Geheime Markus Evangelium wirklich ein westlicher Text ist, deshalb konnte er natürlich nie einen solchen Text produziert haben.


EINIGE SPÄTE MERKMALE IM GEHEIMEM MARKUS EVANGLIUM

Ich möchte gerne von Anfang an klar machen, daß ich grundsätzlich kein Verteidiger von Smiths Theorien in Hinsicht auf das frühe Christentum bin, oder in Hinsicht auf das Geheime Markus Evangelium im Besonderen. Ich denke nicht, daß das Material, das jetzt im Geheimen Markus Evangelium gefunden wird, wirklich direkt zu einem historischen Jesus zurückgeht, wie es Smith offensichtlich so sehen wollte. In meiner Sicht ist dies definitiv ein sekundäres markinisches Material, das Material, das später hinzugefügt wurde. (Darin bin ich in grundlegender Übereinstimmung mit H. Koester, dessen Ansichten zum Thema lange bekannt sind.)

Wenn ich diese Fragmente des Geheimen Markus Evangeliums (GMk) anschaue, sehe ich sehr viel spätes Material in ihnen; das Material, das in meiner Sicht die kanonischen Evangelien nachdatiert. Zum Beispiel werden im GMk Jesus's Jünger in einem ganz negativen Licht gesehen; nachdem sie die Frau "zurechtgewiesen" haben, scheint Jesus's Ärger auf sie gerichtet zu sein... Dieser Teil wird nicht im kanonischen John gefunden, und ich sehe dieses als ein spätes Merkmal des GMk an. Dem GMk zufolge scheint die Gruft auch viel zu groß und beeindruckend, für Jesus groß genug, um darin zu gehen! -- wieder, etwas, was nicht im üblichen kanonischen Text gefunden wird.

Deshalb, nein, ich glaube bestimmt nicht, daß diese GMk-Fragmente "den reinen und originalen Markus darstellen". Und doch haben sie in ihnen auch einige scheinbar frühe Merkmale, und wie ich es sehe, ist es dies, zu dem diese neuen westlichen Textparallelen, die ich identifiziert habe, wirklich hinweisen. Meine Gesamtsicht ist die, daß der westliche Text der früheste von allen ist ...

Generell würde ich sagen, ich behandle das GMk so, wie ich alle anderen westlichen Texte, den ich erforsche; es hat irgendein relativ frühes Material darin, aber irgendein relativ spätes Material auch, und es sollte möglich sein unter all diesen Merkmalen durch vorsichtigen Vergleich und Analyse zu unterscheiden.


WAS IST WESTLICHER TEXT? 

So ist der Schlüssel zu meinem Beweis, daß Smith kein Fälscher des Geheimen Markus Evangeliums Mark gewesen sein konnte der neue textliche Beweis, den ich in diesen 5 neuen Parallelen zwischen dem GMk und dem westlichen Text der Evangelien identifiziert habe. Weiter unten werde ich alle näheren Umstände für diese neuen GMk-Parallelen erläutern. 

Um aber die volle Gewalt dieser Argumente, die ich jetzt bringe, würdigen zu können, ist etwas mehr Hintergrundwissen über das, was die westlichen Texte wirklich sind notwendig und über das, was die aktuelle Einstellung der Gelehrten im Konsens zu ihnen ist. 

Hier sind einige weitere Infos zu diesen Fragen, 

Westlicher Text ist der früheste Text! http://www.trends.ca/~yuku/bbl/wp-text.htm

Griesbach hatte es richtig erkannt! (NT Textliche Kritik) http://www.trends.ca/~yuku/bbl/griesb.htm

Es ist sehr wichtig für mein Argument, daß heute kaum jemand etwas weiß über den westlichen Text und dies schloß Smith sicher mit ein, dessen allgemeine Haltung zur Textkritik die des mainstreams der Gelehrten war.

Die Tatsache, daß er so wenig vom westlichen Text wußte, ist der Schlüssel einzusehen wie unwahrscheinlich es für ihn gewesen wäre, um so einen Text gefälscht zu haben. 


DIE ALLGEMEINE SITUATION AUF DIESEM GEBIET.

In meinem ersten langen Artikel über das Thema von Smith's seltsamer Entdeckung, den ich damals (1998) schrieb, The Secret Gospel of Mark (Das Geheime Markus Evangelium) http://www.trends.ca/~yuku/bbl/8secmk.htm bestritt ich meistens, daß Smith kein Fälscher vom GMk gewesen sein konnte und verschob jede weitere Analyse vom GMk auf später. Ich begründete das meistens mit meinem alten Argument über den ausführlichen Beweis, der die Entdeckung dieses Manuskriptes umgibt. Tatsächlich konnte ich einfach nicht sehen, wie Smith so eine kultivierte Fälschung geschafft haben konnte, eine Fälschung, intelligent genug, um all jene Clementine-Gelehrten, sowie all jene Palaeographie-Experten zu betrügen, die diesen Brief beinahe unisono als den von Clement erklärten, ein authentisches 18. Jahrhundertmanuskript zu sein,... 

Ich konnte einfach nicht sehen, wie Smith alles gemacht haben konnte mit einer Investition von etwas weniger als einigen Jahre sehr harter Arbeit, mindestens ... Drei Fälschungen in einem? Stellen Sie sich die riesige Investition von Zeit und Energie vor und ebenso sie Mühe, etwas wie dieses produzieren...

(Auch sollten einige letzte Entwicklungen in diesem Gebiet hier erwähnt werden, besonders das Info, das vor kurzem in "THE JOURNAL OF EARLY CHRISTIAN STUDIES", in einem Artikel von Guy G. Stroumsa [Juni 2003] präsentiert worden ist.   Es wird jetzt darin gesagt, daß - entgegen dem, was vorher geglaubt worden ist - 4 anerkannte biblische Gelehrte jetzt die GMk-Handschrift zurück bis zu 1976 untersuchten und nichts Falsches darin fanden. Und sie fügen auch einen neuen Satz der Farbfotos vom GMk hinzu, das Charles W. Hedrick vor ungefähr 5 Jahren von den Mönchen erhalten hatte... So trägt all dies in förderlicher Weise dazu bei, die Echtheit vom GMk zu verifizieren) 

Deshalb, als ich sah, daß alle potentiellen Risikos, die mit so einem enormem Unterfangen verbunden sind, alle mögliche persönliche Nutzen überwogen hätten, die Smith von so einer Fälschung profitiert haben konnte... Ich konnte dort einfach keine Verschwörung sehen; die Idee, daß Smith viele Jahre sehr hart - in totale Geheimhaltung - gearbeitet hätte, um die Fundamente für diese Fälschung zu legen, die er vielleicht mit einigen möglichen Komplizen gesammelt hat, all dies zusammen gezählt schien etwas zu ausgefallen.

Auf jeden Fall komme ich jetzt, nach viel zusätzlicher Forschung auf dem Gebiet früher christlicher Evangelien zu diesem Thema zurück, und mein Ansatz in diesem Artikel wird völlig anders sein. Jetzt werde ich mit dem Text vom GMk selbst argumentieren. Und das ist nur dadurch entstanden, daß dieser neue textliche Beweis, den ich entdeckt habe, dahin tendiert, meine frühere Analyse zu bestätigen, daß Smith kein Fälscher war. 

Also, nach viel zusätzlicher Forschung in diesem Gebiet, nach dem Schreiben eines dicken Buches, sind meine grundlegenden Ansichten über frühe christliche Evangelien in der Tat jetzt ganz anders, verglichen zu dem, wie sie früher einmal gewesen sind. Ich finde, daß sich meine Ansichten jetzt zu dem Punkt entwickelt haben, wo ich nicht nur die Priorität des kanonischen Markus abgelehnt habe, (etwas, über das ich schon früher meine Zweifel hatte), sondern die Priorität des alexandrinischen Textes ebenso. 

Diese zwei Punkte, die Priorität des Markus Evangeliums und die Priorität des alexandrinischen Textes, beide zusammen genommen, können vielleicht als das grundlegende Fundament beschrieben werden, auf dem die überwältigende Mehrheit moderner Neu-Testamentarischer Kritik ruht. Sicher gibt es auch einige Andersdenkende; es gibt immer noch einige Gelehrte, die sich diesen Zwillingsfundamenten unseres mainstream im NT widersetzen. Es gibt einige Gelehrte, die zum Beispiel die Priorität des Matthäus unterstützen. Und es gibt einige Gelehrte die immer noch die Priorität des byzantinischen Textes unterstützen (oder sogar die Priorität des westlichen Textes). Dies sind aber nur einige isolierte Nachzügler; nur sehr selten sind einige ihrer Schriften in mainstream-NT-Zeitschriften zu sehen. 

(Es ist doch sehr interessant, daß - wie es nun mal passiert - diese zwei Gruppen von Andersdenkenden fast nie miteinander sprechen. Zum Beispiel ist mir von keinem einzigen prominentem Gelehrten, der Matthäus priorisiert, bekannt, der auch den Alexandrinischen Text als Herausforderung ansehen würde. Oder von byzantinischen Textanhängern, die auch die Priorität des Markus als Herausforderung ansehen würden.) 

Nun, ich habe beide dieser entscheidenden Punkte jetzt herausgefordert, und stützte meine Ansichten mit vielen Argumenten (Näheres dazu auf meiner Web page: http.//www.trends.ca/~yuka ). Wie bei Smith, akzeptierte er beide, ohne irgendwelche Bedenken... 

In der Tat war er über diese beiden Punkte in seinen Schriften bemerkenswert dogmatisch, was es für mich persönlich sehr schwierig machte, in dieser Zeit seine Bücher zu lesen. 

Tatsächlich wurden die Phrasen wie "Matthäus änderte seine markinischen Verse", oder "Lukas korrigierte Markus hier" die in Smith's Büchern immer wieder wiederholt wurden (einschließlich in seinem JESUS THE MAGICIAN). Es ist, als ob Smith fortgesetzt irgendeine Art von einem Mantra wiederholt.. (und hierin ist er damit natürlich nicht allein). Und ebenso, basierend auf seinem CLEMENT OF ALEXANDRIA scheint es so, als ob Smith nie irgendwelche Zweifel an der Priorität des alexandrinischen Textes hatte, nicht irgendeinen ... 

Nun, heute finde ich mich fest im westlichen Textzeltlager. (Während in der heutigen englischen Sprachlehre der westlichen Text kaum irgenwelche Anhänger hat, wird dies andererseits in Frankreich eigentlich als eine wirkliche anerkannte Position gesehen.)
Ich habe keinen Zweifel an allem, dass der westliche Text (WT) der urspruengliche Text der Evangelien war -- der Beweis ueberwältigt wirklich durchaus in dieser Hinsicht, obwohl das kaum einem der heutigen Englisch und Deutsch sprechenden biblischen Gelehrten überhaupt bewußt ist. 

Und ebenso für die Idee der Markus Prorität; es gibt viele harte empirische Argumente, die dagegen sprechen ( DAS "SYNOPTISCHE PROBLEM"  http://www.trends.ca/~yuku/bbl/synprob.htm ), aber unser akademische mainstream konnte sich wirklich wenig um keine davon kümmern. 

Deshalb, wenn ich Smith lese, und stoße auf eine Aussage von ihm, daß "Lukas Markus in der und der Passage korrigierte", ist meine unmittelbare Reaktion, daß er (Lukas) es wahrscheinlich nicht machte. So dann werde ich der Reihe nach dieses aufklären, und ich werde wieder meine alte und zuverlässige Synopsis der Evangelien ausgraben, die griechischen Texte und ihre Übersetzungen vergleichen und dann auch einige westliche Parallelen nachsehen müssen. Oft und mehrmals als überhaupt nicht, komme ich zum Schluß mit der Bestätigung, nein, höchst wahrscheinlich korrigierte Lukas nicht Markus in dieser speziellen Passage... 

Und der ganze Prozeß wird dann wieder einige Absätze danach wiederholt werden müssen, wenn Smith so zuvor noch eine solche dogmatische Aussage macht... Sie müssen mit mir darin übereinstimmen, daß Smith lesen heutzutage für mich einen sehr langsamen und mühsamen Prozeß bedeutet ... 

Deshalb, nein, es ist definitiv nicht der Zweck meines Schreibens hier, um Smiths Theorien über dem historischen Jesus hier zu verteidigen. In der Tat würde ich sogar sagen, daß es wahrscheinlich Smiths ganz eigene Theorien über den historischen Jesus hauptsächlich waren, die im Weg standen, daß dieses Mar Sabe Manuskript vollständig vom akademischen mainstream angenommen wurde...

Konnte es wirklich das sein, das Smith, selbst das, was überall um seine Entdeckung herum war, nicht ganz verstand? Ich schätze ja ... Und dieser neue textliche Beweis, den ich weiter unten sicher präsentieren werde, tendiert dazu, in diese Richtung zu zeigen.


2. 

DER NEUE TEXTLICHE BEWEIS 

Lassen Sie uns jetzt den Text des Haupt-GMk-Fragmentes untersuchen, nach dem Mar-Saba-Manuskript. Wie ich sage, habe ich jetzt 5 neue textliche Parallelen dort mit verschiedenen wenig bekannten Texten der westlichen Text-Art identifiziert. Außerdem werden Smiths vorher identifizierte westlichen Parallelen (WP) später auch in Erwägung gezogen. 

DAS GEHEIME EVANGELIUM DES MARKUS (Parallele oder ähnliche Passagen zum Johannes Evangelium) 

Übersetzung von Smith: "And they come into Bethany. And a certain woman whose brother had died was there. And, coming, she prostrated herself before Jesus and says to him, 'Son of David, have mercy on me.' But the disciples rebuked her. And Jesus, being angered, went off with her into the garden where the tomb was, and straightway a great cry was heard from the tomb. And going near Jesus rolled away the stone from the door of the tomb. And straightway, going in where the youth was, he stretched forth his hand and raised him, seizing his hand. But the youth, looking upon him, loved him and began to beseech him that he might be with him. And going out of the tomb they came into the house of the youth, for he was rich. And after six days Jesus told him what to do and in the evening the youth comes to him, wearing a linen cloth over his naked body. And he remained with him that night, for Jesus taught him the mystery of the kingdom of God. And thence, arising, he returned to the other side of the Jordan."

"Und sie kamen nach Bethanien, und eine gewisse Frau, deren Bruder gestorben war, war dort. Und herzukommend, warf sie sich vor Jesus nieder und sagte zu ihm: 'Sohn Davids, habe Erbarmen mit mir.' Aber die Jünger wiesen sie zurück. Und Jesus, der in Wut geriet, ging mit ihr in den Garten, wo das Grab war, und sogleich wurde ein lauter Schrei aus dem Grab gehört. Und näher tretend, rollte Jesus den Stein vom Eingang des Grabes weg. Und sogleich ging er hinein, wo der Jüngling war, streckte seine Hand aus und zog ihn hoch, indem er dessen Hand ergriff. Aber der Jüngling, als er ihn ansah, liebte ihn und fing an, ihn anzuflehen, daß er bei ihm sein möge. Und sie gingen aus dem Grab heraus und kamen in das Haus des Jünglings, denn er war reich. Und nach sechs Tagen sagte ihm Jesus, was er tun solle, und am Abend kommt der Jüngling zu ihm, ein leinenes Tuch über [seinem] nackten [Körper] tragend. Und er blieb diese Nacht bei ihm, denn Jesus lehrte ihn das Geheimnis des Reiches Gottes. Und von da erhob er sich und ging auf die andere Seite des Jordans zurück."

DIE VERBINDUNGEN MIT DEM ALTEM SYRISCHEN ARAMÄISCHEM JOHANNES 

Um damit anzufangen, hier ist eine Liste von 3 Übereinstimmungen zwischen dem Geheimen Markus Evangelium (GMk) und dem Alten syrischen aramäischen Johannes (AS), wie im alten sinaitischen Manuskript für uns bewahrt. Alle von ihnen werden auch von verschiedenen anderen westlichen Text Manuskripten (MSS) von Johannes unterstützt, die sie sicher sehr bedeutungsvoll machen. 

Ich bin der Erste, der auf diese Übereinstimmungen hinweist; niemand wußte vorher von ihnen. Obwohl Smith viele Jahre Forschung auf dem Thema des Geheimen Markus gemacht hatte, war er über diese 3 Übereinstimmungen ahnungslos... 

Nun, die ersten zwei dieser 3 außergewöhnlichen Varianten in verschiedenen westlichen  Text-Manuskripten von Johannes haben schon berühmte Text-Gelehrte vor mir studiert, deshalb verlasse ich mich jetzt im folgenden auf ihre Arbeit.  

(Für die Textpassagen des Geheimen Markus Evangeliums werde ich hier Morton Smith's eigene (englische) Übersetzung benutzen. Für den ALTEN SYRISCHEN (AS) Johannes werde ich die klassische englische Übersetzung von Dr. F. C. Burkitt benutzen, sowie aramäische Evangelien aus seiner Cambridge Ausgabe (1904) vom ALTEN SYRISCHEN geliefert werden)

FALL Nr. 1 

Die Tür zum Grab 

In allen kanonischen Texten von Johannes fehlt das Wort "Tür" in dieser Passage, aber außer in dem Alten Syrischen Johannes ist dieses Merkmal noch in zahlreichen anderen WP-Manuskripten vorhanden, die diese Episode beschreiben. 

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:38 Jesus nun, ... kommt zur Gruft. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor.

(AS JOHANNES 11:38) Nun, Jesus... kam zur Gruft; und diese Gruft war eine Vertiefung wie eine Höhle, und die Tür verborgen durch einem Stein. 

(ALTER SYRISCHER) w'makhpy tarah b'kepa,, 

(GEHEIMES MARKUS EVANGELIUM) kai proselqwn o ihsouv apekulise ton liqon apo thv qurav tou mnhmeiou 
(Und als er näher kam, rollte Jesus den Stein von der Tür der Gruft weg.) 

Und ebenso wird dieses gleiche Merkmal bei Johannes 11:38 gefunden, entsprechend der Peshitta, als auch im arabischen Diatessaron, der zeigt, daß diese besondere Variante tatsächlich sehr alt war. 

Alle drei dieser WP-Zeugen werden zufällig von Dr. Daniel Plooij aufgeführt, in seinem gebieterischen textlichen Kommentar über den holländischen Diatessaron (Selbstverständlich wußte er in seiner Zeit noch nichts über das Geheime Markus Evangelium). Zum Beispiel, 

(ARABISCHER DT) Und die Stelle des Begräbnisses war eine Höhle, und ein Stein war an seine Tür gestellt. 

Und zusätzlich zu allem, füge ich jetzt auch Plooij's vorherige Liste von drei unterstützenden Zeugen den Persischen Diatessaron hinzu, weil in diesem auch das Wort "Tür" vorkommt (Plooij hatte in seiner Zeit - anders als jetzt - noch nicht Zugang zum Persischen Diatessaron). 

Und weiterhin in seinem Kommentar liefert Plooij auch einige andere interessante Ähnlichkeiten in den alten koptischen Versionen von JOHANNES zu dieser Phrase. 

Dieser Fall Nr. 1 ist vielleicht die klarste Parallele von allen zwischen den GMk und den WP-Manuskripten von Johannes. 


FALL Nr. 2 

Das Wort "sogleich" wird zweimal im GMk benutzt. 

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:44 Und der Verstorbene kam heraus, ... 

(AS JOHANNES 11:44, Und zur selben Stunde kam dieser tote Mann hervor... 

(ALTER SYRIAC: wbah b'shata napaq huw miyta) 

(GMk GRIECHISCH, kai euqus hkousqh ek tou mnhmeiou fwnh megalh, 
(und sogleich wurde ein großer Schrei von der Gruft gehört) 

(GMk GRIECHISCH, kai eiselqwn euqus opou hn o neaniskov, (Und sogleich, beim Hineingehen, wo die Jüngling war,...) 

Und deshalb, wird dieser Ausdruck, (euqus = sogleich, in der gleichen Stunde etc.) zweimal GMk benutzt und einmal im AS JOHANNES . 

Es gibt eigentlich eine dreifache Bezeugung westlichen Textes für diesen GMk-Ausdruck gegenüber Johannes 11:44, d.h. es wird im Alten Syrischen, Altem Lateinischen und den griechischen Bezae-Manuskripten von Johannes erwähnt.. (So eine dreifache Bezeugung in all diesen alten WP-Manuskripten macht diese Parallel besonders 'wasserdicht'.) 

Es wird in einigen Diatessaronic-Zeugen einschließlich dem Evangelium der Magdalena gefunden. Und es wird sogar im lateinischen Vulgate gefunden. 

Diese Lektüre wird auch zufällig im SYNOPSIS QUATTUOR EVANGELIORUM in der üblichen Zusammenfassung nach Kurt Aland aufgeführt. Auch wird es in Merk's Ausgabe vom NT aufgeführt, und von Plooij natürlich. Diese Ausgaben führen auch verschiedene andere alte Zeugen für diese Lektüre auf. 

Dieses Wort /euqus/ ist von Smith in seinem CLEMENT OF ALEXANDRIA Buch besprochen worden, weil es zweimal im GMk wiederholt wird, obwohl Smith es ausdrücklich (CLEMENT OF ALEXANDRIA, S.122) nicht als zum westlichem Text gehörend betrachtete. Er vermißte all diese direkten Parallelen vollständig in westlichen Versionen von Johannes ... 

Dies scheint zu mir eins der früheren textlichen Merkmale im GMk.


FALL Nr.3 

...und herzukommend, warf sie sich vor Jesus nieder und sagte zu ihm:

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:32 Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm ...

(JOHANNES 11:32 Griechisch) h oun mariam ws hlqen opou hn ihsous ... epesen autou pros tous podas legousa autw...

(GMk Greek, kai elqousa prosekunhse Tonne ihsoun kai legei autw, 

(...und herzukommend, warf sie sich vor Jesus nieder und sagte zu ihm )

(AS JOHANNES 11:32, Maria, als sie bei Jesus ankam, fiel sie zu seinen Füßen, und sagte zu ihm, 

(ALTER SYRISCHER, Maryam, kad matyt lwatahu d'Yeshua, naplat al reglawhy, w'amra lah... 

In diesem Fall benutzt der Alte Syrische Text eine einfachere Grammatik, verglichen mit den kanonischen griechischen Versionen und diese Verwendung einfacherer Grammatik ist zufällig ganz typisch für den alten syrischen Text, wie auch für alle anderen WP-Manuskripte. Es gibt auch hier zusätzliche Unterstützung für diese AS-Lektüre in den alten lateinischen Texten und in verschiedenen Diatessarons. 

Im allgemeinen ziehen WP-Texte es vor, die komplizierteren Partizip Konstruktionen zu vermeiden, die man so oft im kanonischen Griechischen findet. Wo das Griechische das Partizip der Gegenwart (legousa = sagend) benutzt, präsentieren westliche Texte sehr oft ein mit einer Verbindung eingeleitetes einfaches Verb, (kai legei = und er sagte). Deshalb ist dies bestimmt nicht nur ein isoliertes Beispiel, sondern gerade Teil einer allgemeinen Tendenz im Gebrauch. 

Es gibt auch hier zusätzliche Parallelen im Magdalenen Evangelium, auch wie im Persischen, Arabischen, Venezianischen, und Tuscanischen Diatessarons. Zum Beispiel, 

ARABISCHER DT: Und Mary, als sie dort hinkam wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie zu seinen Füßen nieder, und sagte zu ihm... 

Außer in den alten lateinischen Versionen von Johannes wird solche einfachere Grammatik sogar im lateinischen Vulgate gefunden, in dem /et dicet ei / in dieser Textpassage zu lesen ist. 

Ich bin der Erste, der auf diese besondere Variante im Alten Syrischen Text hinweist und auf andere WP-Texte von der Auferstehung des Lazarus, der sie mit der parallelen Rechnung des Geheimen Markus Evangeliums verbindet. Aber wie ich sagte, ist diese Variante nur eine vieler großartiger solcher Fälle, wo eher als in der griechischen Partizip-Konstruktion ein einfaches Verb von WP-Manuskripten eingesetzt wird.


EINIGE ZUSÄTZLICHE FRÜHE TEXTLICHE MERKMALE IN GEHEIMEM MARKUS EVANGELIUM - DIE ZWEI ÜBEREINSTIMMUNGEN MIT DEM EVANGELIUM DER MAGDALENA 

Diese drei textlichen Übereinstimmungen, wie oben angegeben, zwischen dem Geheimen Markus Evangelium und dem alten syrischen aramäischen Johannes sind wirklich sehr herkömmliche Übereinstimmungen. Sie werden alle gut von einer breiten Vielfalt anderer Westlicher Text Manuskripte gestützt, die alle im Verlauf der Jahre gut studiert worden sind. Eine von diesen Lektüren, für Johannes 11:44, wird sogar in einigen mainstream Ausgaben des Neuen Testamentes aufgeführt... 

Und noch, immer noch, war Smith ahnungslos über irgendeine dieser Übereinstimmungen... Deshalb geht es jetzt darum zu zeigen, wie wenig der Westliche Text sogar heute noch den besten Neu-Testamentarischen Gelehrten bekannt ist und ich denke, daß Smith bestimmt einer den Besten von ihnen gewesen ist. Später werden wir noch mehr Beweise von einigen anderen großen zeitgenössischen Neu-Testamentarischen Gelehrten sehen, wie Helmut Koester und Dominic Crossan, die auch ihre eigene äußerste Unwissenheit in dieses Gebiet zeigen... Deshalb, wenn solch große Autoritäten den Alten Syrischen Johannes noch nicht einmal gelesen haben, wie groß ist ihre Chance, um die Versionen von solchen Erzählung gelesen zu haben, wie es das ganz obskure mittelalterliche Diatessarons in Einigem bewahrt hat? Nicht sehr groß, würde ich sagen, oder eher gar keine! 

So wird es überhaupt keine Überraschung sein, daß ihr wirklich die Ersten seid, um die folgenden zwei ganz interessanten Parallelen zwischen dem Geheimen Markus Evangelium und dem Evangelium der Magdalena zu entdecken -- eine dieser Parallelen, die fast vollkommen einmalig ist, während das andere auch breite Unterstützung in verschiedenen anderen Diatessarons findet.

So, hier sehen wir das Magdalenen Evangelium, dieses einmalige Dokument, das schon hunderte von Parallelen demonstriert hat, in seinem eigenen Rechtsanspruch mit verschiedenen wertvollen Westlichen Texten wie die Alten Aramäischen und Alte Lateinische Evangelien, um dem Geheimen Markus Evangelium jetzt einige zusätzliche textliche Bestätigung zu geben. 

So überraschend wie es vielleicht scheint, ist es das Magdalenen Evangelium, das jetzt hilft die Echtheit des Mar-Saba-Manuskriptes zu unterstützen! 


FALL Nr. 4 

Sohn David's, habe Erbarmen mit mir

Deshalb ist dies eine einmalige (oder fast einmalige), Übereinstimmung zwischen dem Geheimen Markus Evangelium und dem Magdalenen Evangelium. In beiden Dokumenten, nachdem Maria Jesus Ehrerbietung erwiesen hat, fleht sie ihn an um seine Hilfe. Im kanonischen Johannes andererseits zollt Maria nur ihre Ehrerbietung, aber es gibt keine flehentliche Bitte. 

(GMk Greek, kai legei autw, uie dabid elehson me

(und [sie] sagt zu ihm, Sohn David's, habe Erbarmen mit mir

(EVANGELIUM DER MAGDALENA 80:24) Und als Maria zu Jesus kam, sofort fiel sie zu seinen Füßen, weinend, und nach seinem Erbarmen rufend.... 

(Der mittlere englische Text des MANUSKRIPTES PEPYS 2498) wepeande und cryeande hym mercy... 

Nach meinem besten Wissen kennzeichnet keine andere übriggebliebene Version die Geschichte der Auferstehung des Lazarus dieses spezifische Detail - außer diese beiden abgelegenen und äußerst fernen MSS  . 

(Im allgemeinen ist es für das Magdalenen Evangelium ganz normal, um die dritte Person Erzählung in jenen Stellen einzusetzen, wo die kanonischen Evangelien direkte Rede benutzen, es gibt viele Beispiele davon. Und deshalb, dieses in Erwägung ziehend, scheint diese Parallele zwischen GMk und MG fast exakt zu sein.) 

Nun, um die diesen Fall in irgendeine weitere Perspektive zu setzen, muß bemerkt werden, daß es auch woanders einige andere außergewöhnliche Merkmale in dieser gleichen Magdalenen-Erzählung gibt, die hier ganz relevant scheint. Weil, im Magdalenen Evagelium, 

1. Jesus im allgemeinen mehr Respekt gegeben wird, und, 
2. er wird nicht nur einmal ausdrücklich um Hilfe gebeten, sondern zweimal! 

Deshalb ist diese besondere Bitte von Maria, die eine Parallele mit dem GMk ist, bestimmt nicht nur ein isoliertes Merkmal in dieser ME-Erzählung. 

In der Tat, eine Sache die einem vielleicht ziemlich aufzustoßen scheint, wenn man die üblichen Versionen dieser Episode liest, ist, daß im kanonischen Johannes niemand Jesus bittet, irgend etwas zu machen... Jesus werden Vorwürfe gemacht wird (obgleich moderate), weil er nicht rechtzeitig dort war und weil er Lazarus nicht heilte als er immer noch am Leben war, aber keine explizite Bitte wird je von jemandem ausgedrückt, um Lazarus zu helfen... Jesus wird Ehrerbietung gezollt von Maria, aber nur einmal. 

Aber im GMk, wenn Martha kommt um Jesus zu treffen, bevor ihre Schwester kommt, wirft sie sich vor ihm nieder; ein Merkmal, das im kanonischen Johannes vollkommen fehlt.

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:20 Martha nun, als sie hörte, daß Jesus komme, ging [sie] ihm entgegen. 21, Da sprach Martha zu Jesus: "Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben!"

(EVANGELIUM DER MAGDALENA 80:14 Und sie [Martha] kam, und fiel zu seinem Füßen nieder, und sagte, "Herr, wenn Ihr hier gewesen wäret, wäre mein Bruder nicht tot gewesen." 

Und auch in dem Evangelium der Magdalena gibt es eigentlich noch ein weiteres Beispiel, wo beide Schwestern Jesus deutlich um Hilfe bitten. Und hier - sehr wichtig - unterstützt der holländische Diatessaron auch im gewissen Maße diese MG-Variante. 

Tatsächlich, in der Eröffnung dieser Erzählung, als die Schwestern Jesus zuerst die Nachrichten von Lazarus' Krankheit überbracht hatten, lernen wir von MG 80:2, daß sie,

".. gebeten [wurde], daß er käme und seinen Freund trösten würde".

In der kanonischen Version andererseits wird keine solche explizite Bitte ausgedrückt, natürlich. Und doch, im holländischen Diatessaron finden wir etwas, was ganz ähnlich ist! Weil, dem holländischen DT (s. 540) im Plooij) zufolge,

"Diese [die Schwestern] haben zu Jesus geschickt und indem sie ihn auforderten, 'Herr, Euer Freund Lazarus ist krank'  ... [  ?  what say ask for? ] "

Und natürlich muß es auch hier bemerkt werden, daß im allgemeinen einmalige Parallelen zwischen dem holländischen DT und der Evangelium der Magdalena tatsächlich sehr gewöhnlich sind... In der Tat kann man sie fast in jedem Absatz dieser jeweiligen Texte finden, wo sie allgemeine Textpassagen haben, oder mit anderen Worten fast überall, wie Plooij 's Kommentar bereitwillig demonstrieren wird. 

Bis jetzt ist es mir nicht gelungen, irgendwo irgendeine andere Parallele für so eine besondere Bitte von seiten von Lazarus' Schwestern zu finden. 

Insgesamt finden wir in dieser Geschichte das, 

- dem MG zufolge gibt es 2 Taten der Ehrerbietung gegenüber Jesus, und 2 Beschwörungen für seine Hilfe. 

- Im GMk finden wir 1 Tat der Ehrerbietung und 1 Beschwörung. 

- Im kanonischen Johannes gibt es nur 1 Tat der Ehrerbietung und keine Beschwörungen. 

Und deshalb entsteht dieser zusätzliche Respekt für Jesus als eine Art von einem kennzeichnenden Muster eindeutig jetzt in dem Magdalenen Evangelium, einem sehr außergewöhnlichem Muster, das zufällig in Parallele mit dem Geheimen Markus Evangelium ist! Konnten diese zwei peripheren MSS ein Element einer früheren Version dieser Geschichte hier für uns bewahren? Ich glaube, daß dies sehr wahrscheinlich ist. 


FALL Nr. 5

Ähnlich, wie im Geheimen Markus Evangelium befindet sich auch eine nähere Beziehung zwischen Jesus und Lazarus im Magdalenen Evangelium. 

Gerade wie im vorherigen Fall, scheint dieses besondere abweichende Merkmal des Magdalenen Evangeliums auch ziemlich stabil unf vollständig zu sein, d.h. es wird in einer ganzen Auswahl von Textpassagen in dieser Episode ausgedrückt. Und wie wir bald sehen werden, findet darüber hinaus dieses besondere Merkmal vom ME auch mehrfache Bestätigung in einigen anderen Versionen vom Diatessaron -- ein Factum, das ausdrücklich nie vorher von keinem Diatessaronic-Gelehrten bemerkt worden ist! 

Natürlich bemühte sich Morton Smith in seinen Schriften aus diesem besonderen Merkmal vom GMk ein großes Ding zu machen. Er mochte diese Idee wirklich, daß Jesus vielleicht irgendeine Art von besonderen Beziehungen mit seinen ausgewählten Jüngern genossen hat.

Und doch, sogar im GMk ist nicht alles wirklich klar, welche Art von einer besonderen Beziehung es wirklich sein könnte. Viel kann in dieses GMk hinein gelesen werden, kein Zweifel, wenn einer es sich so vorstellt, aber es mangelt im Ganzen an einer Deutlichkeit. Man kann sogar sagen, daß diese "besondere Freundschaft" zwischen Jesus und Lazarus in sowohl dem GMk als auch ME zum größten Teil undefiniert bleibt. Und lassen Sie uns auch nicht vergessen, daß sogar in der kanonischen Johanninen Begründung dort irgendeine Art von besonderer Beziehung mit Lazarus ist... Die Unterschiede, dort zwischen all diesen Begründungen -- sowohl kanonisch, als auch nicht-kanonisch -- sind oft ganz fein. Deshalb muß auch dies in Erwägung gezogen werden. 

Und noch, immer noch, ist es unverkennbar, daß im Vergleich mit der kanonischen Version dieser Erzählung, sowohl das GMk als auch das ME viel mehr Spannung auf dies allgemeine Thema setzt, einer besonderen Beziehung zwischen Jesus und Lazarus. Eine solche nähere Beziehung ist dort definitiv, sowohl im GMk als auch im ME.

Lassen Sie uns deshalb zuerst die kanonische Johanninen Begründung nach allen Anzeichen für eine vertraute persönliche Freundschaft zwischen Jesus und Lazarus durchkämmen. Die relevanten Phrasen werden unten unterstrichen. 

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11,3 Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:5 Jesus aber liebte die Martha und ihre Schwester und den Lazarus.

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:11 Dies sprach er, und danach sagt er zu ihnen: "Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen ..."

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:36 Da sprachen die Juden: "Siehe, wie lieb hat er ihn gehabt!"

So haben wir hier insgesamt 4 solche Punkte, das ist ziemlich wenig... 

Und jetzt werde ich alle solche Textpassagen aus dem Magdalenen Evangelium, Kap. 80 zitieren. Einige von diesen scheinen genau in Parallele mit dem kanonischen Text zu sein, aber andere sind es nicht, oder nur teilweise damit. 

Die Textpassagen, die dieses Thema ansprechen, entstammen 3 großen Blöcken des Magdalenen-Textes. Hier ist der erste Block. 

(DAS EVANGELIUM DER MAGDALENA 80:1) Nun, als Jesus auf der anderen Seite der Jordan-Flusses verborgen war, begab es sich, daß einer seiner Freunde, mit dem Namen Lazarus, der der Bruder von Martha war und von Maria Magdalena, besonders von Jesus geliebt wurde, krank und von Qualen gepeinigt eine Meile von Jerusalem in Bethany (dar) lag. (2) Und Lazarus' Schwestern schickten zu Jesus, und baten darum, daß er käme und seinen Freund trösten würde.

-- Es sind 3 schon erwähnte Punkte im obigen Block; die ersten zwei von diesen sind im allgemeinen in Parallele zum kanonischen Johannes 11:3 und 11:5, während das dritte, der Hinweis auf Lazarus als ein "Freund von Jesus" im ME 80:2 zum ME einzigartig ist.

Wir können auch hier von der außergewöhnlichen Phrase "besonders von Jesus geliebt" im Magdalene-Text Kenntnis nehmen, der die besondere Beziehung zu akzentuieren scheint, die wir jetzt analysieren. Es gibt keine Parallele im kanonischen Johannes für dieses Wort "besonders".

(DAS EVANGELIUM DER MAGDALENA 80:7) Und dann sagte er ihnen, daß sein Freund Lazarus schlafend war, und daß er hingehen wird und ihn erwecken wird.

(8) Und sie sagten, daß, wenn er schlief, dies ein Zeichen der Genesung war. 

(9) Und dann sagte ihnen Jesus klar, daß er tot war. Und er sagte ihnen, daß es [sogar] besser wäre, daß er nicht dort war [zu dieser Zeit], aus Furcht daß sie versucht worden wären, und erschüttert in ihrem Glauben, [was vielleicht passiert ist] sie hatten seinen Freund in seiner Gegenwart gesehen. 

(10) "Aber laß uns jetzt zu ihm gehen", sagte er

(11) Und dann sagte Skt. {der heilige} Thomas seinen Männern, "Last uns jetzt gehen und sterben mit unserem Meister. Weil er [tatsächlich] sein Freund sein wird, wer wird sich anbieten, sich mit ihm seinen Feinden bereitwillig in den Weg zu stellen." 

-- Wir haben 3 weitere relevante Punkte oben, nur das Erste von dem ist eine Parallele zum kanonischen Johannes 11:11. 

Und ist hier der letzte Block, der zwei weitere solcher Punkte enthält. 

(DIE EVANGELIUM DER MAGDALENA 80:27) Und dann sagten einige von ihnen, es erschien sicher er liebte ihn sehr 

(28) Aber andere sagten dort, daß es merkwürdig war, daß er das Leben seines Freundes nicht schützen konnte, war er doch fähig einem Fremden das Sehvermögen zu geben.

-- Wir haben 2 weitere Punkte oben, der erste, welches eine Parallele zum kanonischen Johannes 11:36 ist, während der verbleibende letzte einmalig zum ME ist.

Und so finden wir insgesamt 8 solcher Punkte im ME! Der kanonische Text präsentiert dagegen nur 4. 

Natürlich gibt es immer noch eine Menge mehr das man tun kann um jede dieser 8 Textpassagen in Detail untersuchen und sie mit ihren kanonischen Parallelen zu vergleichen, aber dies wäre ein anderes langes Essay eigener Art. Im Moment genügt es zu sagen, daß diese besondere Freundschaft zwischen Jesus und Lazarus definitiv im ME und dem GMk weit mehr betont ist, verglichen mit dem kanonischen Text von Johannes. 

Jetzt werden wir sehen, daß dieses außergewöhnliche Merkmal aus dem Evangelium der Magdalena zufällig auch woanders im Diatessarons bestätigt ist, so wie auch in einigen anderen westlichen Text Evangelien MSS -- was klar macht, daß dies allein nicht irgendeine Art von Zufall oder einem weltfremdes Merkmal des Magdalenen Manuskriptes war. 


FALL Nr.5 (ANHANG): Zusätzlicher unterstützender Beweis für dieses gleiche Merkmal in anderen westlichen Text MSS 

Mit so einem auffallendem Interesse, das Morton Smith darin hatte, dieses besondere Thema im GMk zu erforschen, scheint es sicher, daß er immer noch ahnungslos war über jeden dieser zusätzlichen relevanten Beweise, der in einer Vielfalt der westlichen Texte MSS verfügbar gewesen ist.

In der Tat fällt es auf, da einige Diatessarons, sowie einige andere Westliche Evangelien Manuskripte Texte auch dieses Kennzeichen in beiden - im Geheimen Markus Evangelium, und im Magdalenen Evangelium - das Thema einer besonders nahen Beziehung zwischen Jesus und seinem Jünger Lazarus unterstützt.

Das meisten Beweise, die folgen sind schon von D. Plooij in seinem textlichen Kommentar über den holländischen Diatessaron -- eine Arbeit von immensem Lernumfang -- einzeln aufgeführt worden.

Doch leider hat kaum irgend jemand dieses Buch von beinahe 800 Seiten im Detail studiert, oder schätzte seine wahre Bedeutung, oder es scheint mir zumindest so ... 

Mit seinen vielen Tausenden ausführlicher Vergleiche hatte Plooij gründlich demonstriert, daß es die alten aramäischen Evangelien sind, die die nahesten überlebenden Verwandten dieser sehr außergewöhnlichen mittelalterlichen MSS sind; dem holländischen Diatessaron und dem Evangelium der Magdalena. 

Während die genaue historische Erklärung dieser außerordentlichen textlichen Verbindungen vielleicht immer unklar bleiben wird, ist der harte Beweis für sie gerade hier, wie von Plooij's Auslegung für alle Welt zu sehen ist ... Wenn nur die Neu-Testamentarische Gelehrtenschaft, im Großen weltweit, diesem Aufmerksamkeit zollen würde. ...

Hier ist die Liste von 5 solchen Punkten -- die Textpassagen, die im Ganzen dazu tendieren auf eine stärkere und nähere Beziehung zwischen Jesus und Lazarus hinzuweisen, verglichen dazu, wie ihre Beziehung im kanonischen Johannes dargestellt wird. (Diese Punkte werden jetzt hintereinander von 1 bis 5 numeriert.) 


1. (Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:3 Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen:
Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.

(DAS EVANGELIUM DER MAGDALENA 80:2) Und Lazarus Schwestern schickten zu Jesus und baten dafür, daß er käme und seinen Freund trösten würde. 

Nun, in diesem Fall sieht es hier oberflächlich betrachtet vielleicht wie die kanonische Version aus, als ob die Magdalenen-Version wirklich eine andere Bedeutung hat. Sie beide sagen die gleiche Sache mehr oder weniger, obgleich in anderen Worten. 

Aber es ist -- aus meiner Perspektive -- dieser Unterschied in der Formulierung, die jetzt besonders wichtig ist, weil diese spezifische Formulierung im Magdalene-Text, nämlich die Wörter "sein Freund" -- die auch eine textliche Bestätigung in einigen anderen Diatessarons finden. 

Deshalb liegt der hauptsächliche Wert dieses besonderen Vergleiches darin, die Antiquität dieser spezifischen abweichenden Passage im Evangelium der Magdalena zu demonstrieren. Die Wörter "sein Freund", die hier im ME gefunden wurden, waren wirklich nicht das, was ein unmittelbarer Autor oder ein Übersetzer vom ME nur durch eigenen Willen angefügt hatte.

Weil es jetzt auffällt, daß die folgenden 2 Diatessarons auch das Wort "Freund" in dieser Textpassage kennzeichnen.

(HOLLÄNDISCHER DT, pp. 540-541 in Plooij) "Diese [die Schwestern] geschickt zu Jesus und forderten ihn auf: 'Herr, Euer Freund Lazarus ist krank.' "

(PERSISCHER DT s. 235 in Messina, Hrsg.,) "O, Herr, Euer Freund ist krank." ?
("O Signore, il tuo amico e infermo".) 

(In Erwägung ziehend, wie schon vorher erwähnt wurde, daß das ME es typisch vorzieht, die Erzählung in der dritten Personen eher als dir direkte Erzählung zu benutzen, wird "sein Freund" im ME als ein genaues Gegenstück "Euer Freund" zum holländischen DT, und "Dein Freund" im Persischen DT, gesehen werden können.) ?

Plooij äußerte sich nicht zu dieser außergewöhnlichen Ähnlichkeit zwischen dem holländischen DT und dem ME. Aber natürlich tat er es nicht, hatte er doch keinen Zugang zum Persischen DT, deshalb, ohne irgendeine weitere Stütze hat er vielleicht geglaubt, daß so eine Ähnlichkeit einfach zufällig gewesen sein könnte.

Als nächstes lassen Sie uns die folgenden zwei außergewöhnlichen westlichen Text-Parallelen zum kanonischen Johannes 11:5 untersuchen.

(Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:5 Jesus aber liebte die Martha und ihre Schwester und den Lazarus.

Es schließt sich aus, daß Plooij die folgenden zwei Merkmale in seinem Kommentar unter verschiedenem Westlichen Text MSS entdeckte und auflistete, die zu unserem Thema relevant sind. ?

2. Plooij bemerkt, daß irgendein Alter Lateinischer MSS von Johannes 11:5, (e a d) /amabat/ liest, statt das kanonische /diligebat/. Das Wort /amabat/ ist natürlich im allgemeinen dazu gedacht, eine intensivere Form der Liebe auszudrücken, wie im Vergleich dazu /diligebat/. Und entlang der gleichen Zeilen benutzt der griechische Kodex Bezae -- diesen sehr wichtigen griechischen WP-Text -- auch das Wort /efilei/ in dieser Textpassage, statt dem kanonischen /egapa/

3. Auch bemerkt Plooij, daß in bestimmtem Altem Lateinischem MSS von Johannes 11:5 (e a c ff2), die kanonische Reihenfolge von "Martha, ihre Schwester, Lazarus" umgekehrt worden ist, und Lazarus wird zuerst verzeichnet, anstatt zuletzt. Dies deutet sicherlich darauf hin, daß Jesus' Zuneigung für Lazarus stärker war, als für seine Schwestern. 

Das folgende abweichende Merkmal wird nur im venezianischen Diatessaron gefunden. 

4. (Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:11 Dies sprach er, und danach sagt er zu ihnen: "Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen.. !"

Und dies ist, was der venezianische Diatessaron in dieser Textpassage steht.. 

(VENEZIANISCHER DIATESSARON S. 117) "Unser lieber Freund schläft..." (Le nostro caro amigo dorme...) 

Einmal mehr wird auf eine nähere Beziehung zwischen Jesus und Lazarus in noch einer weiteren wichtigen Diatessaronic-Version, dem venezianischen Diatessaron, hingewiesen. (Plooij bemerkte diese interessante Variante nicht in seinem Kommentar.) 

5. (Elberfelder Bibel) JOHANNES 11:14 Dann nun sagte ihnen Jesus gerade heraus: "Lazarus ist gestorben ..." 

Aber auch Plooij zufolge fügen die folgenden sehr wichtigen westlichen Text-Zeugen zufällig auch die Wörter /amicus noster / = "unser Freund" in dieser Textpassage hinzu, 

Ephrem der Syrer 
Codex Bezae
(beide die griechische, als auch lateinische Seiten davon,) 
Altes Lateinisches MANUSKRIPT p


So sehen wir einmal mehr, daß die westlichen Text Versionen vom auferstandenen Lazarus dahin tendieren, auf eine nähere Beziehung zwischen Jesus und Lazarus hinzuweisen. Und in diesem letzten Vergleich haben wir die Bestätigung von Ephrem dem Syrer, der darauf hinweist, daß dieses Merkmal tatsächlich sehr alt war. 

Dies schließt unsere textliche Analyse von der Episode des auferstandenen Lazarus im Geheimen Markus Evangelium und in verschiedenen westlichen Texten. 

Das, was als nächstes folgen wird, wird eine zusätzliche Analyse des Geheimen Evangeliums vom Markus Fragment sein, wie es aus dem Brief von Clement hervorgeht. Es gibt dort eigentlich einige Verbindungen mehr zwischen GMk und einer Vielfalt der westlichen Texte der Evangelien. 


EINE WEITERE KLARERE VERBINDUNG ZWISCHEN DEM GEHEIMEN MARKUS EVANGELIUM UND DEM WESTLICHEN TEXT VON MARKUS 


FALL Nr. 6 

und er kommt nach Jericho

Dies ist eine Übereinstimmung zwischen dem Geheimen Markus Evangelium und dem Alten Syrischen Markus. Smith wußte davon, aber er hängte es nicht an die große Glocke. Wie wir weiter sehen werden, waren beide, Koester und Crossan, unwissend über diese Verbindung zwischen dem GMk und dem Westlichen Text. 

(Kanonischer Mk 10:46) kai ercontai eis iericw, 
(und sie kommen nach Jericho) 

(GMk, kai ercetai eis iericw
(und er kommt nach Jericho) 

(AS Aramäischer Markus 10:46) Und er kam nach Jericho 
(ALTER SYRISCHER w'atu laYerykho

Und auch hier gibt es viel zusätzliche Bestätigung in anderen westlichen Texten. Zum Beispiel in A. Merk's Ausgabe vom NT führt er die folgenden WP-Zeugen auf, die auch diese Lektüre haben, 

D 788 ein b ff i r sys Origen 

Dies bedeutet, daß diese Lektüre bestätigt wird durch,

Griechischer Kodex Bezae (aber, interessanterweise nicht durch die lateinischen Seite) 
Griechisches minuscules MANUSKRIPT 788 (10./11. Jahrhundert). Alter Lateinischer MSS ein b ff i r (5 Manuskripte) 
Alter Syrischer
Sinaiticus GM (wie schon oben zitiert) 
Zitat(e) des griechischen Kirchen-Vaters Origen. 

Dies ist wirkliche eine lange Liste der Bestätigungen, die darauf hinweist, daß diese Lektüre wahrscheinlich im originalen Text von Markus stand (Und immer noch wird diese WP-Variante vom mainstream in Aland's Ausgaben der Evangelien ausgelassen.)


DER AUSFALL VON KOESTER UND CROSSAN

In Zusammenhang mit der oben erwähnten Lektüre im GMk wird es jetzt instruktiv sein, zu sehen, wie einige unserer führenden Neu-Testamenarischen Gelehrten, nämlich H. Koester und D. Crossan, diese wichtigen WP-Variante ganz vermissen lassen. (Es sieht für mich sicher so aus, als ob sie wirklich nicht sorgfältig genug Smiths eigenes Buch gelesen haben, in der ersten Linie, um sich darüber informieren zu lassen, daß eine abweichende WP-Version dieser Textpassage existiert...) Und wenn gerade sie es vermißten - beide von ihnen führende Anhänger von Smith und von SMk - wir können kaum erwarten, daß keine ihrer weniger berühmtem Kollegen um dies wissen.

Natürlich geht es immer darum, weiter zu demonstrieren in welchem Ausmaß westlicher Text jetzt sogar den fähigsten der heutigen Neu-Testamenatirischen Gelehrten unbekannt ist. Sie alle ignorieren dies  vollkommen, sogar die Besten von ihnen, wie Koester und Crossan! 

Dies schrieb J. D. Crossan in seinem Buch, 'FOUR OTHER GOSPELS', Winston, 1985, S. 109, 

"Clement's Zitat in GMk, 'Und er kommt hinein nach Jericho', ist das einzige Mal, wo sich seine Zitate auf jede Weise von unserem Text von kanonischem Mark unterscheiden. ... Sein Zitat hier ist im Singular 'er kommt', aber Mk 10:46 sagt, 'Und sie kamen nach Jericho...' Dies liest sich so, als ob Markus das Singular nahm, ('er') und es pluralisierte ..." 

Also gut, jetzt, da wir von der Tatsache wissen, daß "er kommt", in diesem Vers eine wirklich fest bestätigte WP-Lektüre ist, stellt das Lesen davon wahrscheinlich den originalen Text von Markus dar, es scheint sicher wie "Markus" nicht wirklich irgendetwas pluralisierte. (Es war wahrscheinlich ein später Redakteur von Markus, andererseits, der diese Lektüre zu einem späteren Zeitpunkt pluralisierte.) 

So ließ Crossan's offensichtliche Unwissenheit über den Westlichen Text ihn denken, daß die Variante, daß "er kommt" eine Prä-markinische Lektüre war, wohingegen es viel wahrscheinlicher war, die originale markinische Lektüre gewesen zu sein, die auch vom GMk geteilt werden. 

Auch schreiben Helmut Koester, ein Freund und ein Kollege von Crossan, wie in seinen ANCIENT CHRISTIAN GOSPELS, SCM/Trinity, 1990, S 300, Fußnote 2,

"Crossan, (FOUR OTHER GOSPELS, S. 109-110) rief richtigerweise nach Aufmerksamkeit zu der Tatsache, daß das Geheime Evangelium, wie von Clement zitiert, das Singular liest, während die Manuskripte von Markus den Plural haben. Aber dies deutet notwendigerweise nicht an, daß Clement's Kopie des kanonischen markinischen Textes auch den Singular verwendete." 

Deshalb, basierend auf dem oben Erwähnten, scheint es sicher, wie Koester dazu veranlaßt wird, zu denken, daß Clement vielleicht den Text von Marcus in seinem Zitat korrumpiert hat! Nun, das Gegenteil scheint der Fall zu sein,... 

So ist es klar, daß Koester ebenso über diesen Vers einer wichtigen westlichen Text-Variante unwissend war. Einfach wie Crossan las er Smiths Buch nicht sorgfältig genug! 

In der Tat sollten beiden Gelehrten sehr wohl bewußt gewesen sein, daß Clement von Alexandrien typischerweise Evangelien zitiert, die zum Westlichen Text gehören! (Wie schon von F. G. Kenyon und anderen vor langer Zeit begründet wurde) Deshalb, nach allem Recht, sollte dieser besondere Punkt schon als ein mächtiges Argument für die Echtheit vom GMk gesehen werden, und sowohl Crossan als auch Koester bemerkten gänzlich keine davon... 

Smith, für seinen eigenen Teil, war ihm definitiv bewußt, daß Clement's Zitate generell "Punkte von Kontakten mit dem Westlichen Text" zeigten (S. 78 in Smiths CLEMENT OF ALEXANDRIA)... Und doch versuchte er nie, diesen Beweis zu benutzen, um die Echtheit vom Mar-Saba MS zu bestätigen. 

Warum nicht? Die Antwort ist einfach, wegen seiner vorausgehenden Richtlinie über die vermeintliche "Überlegenheit des Alexandrinischen Textes". Smith hatte überhaupt kein Interesse am Westlichen Text. Es scheint im großen und ganzen sicher, wie Smith überhaupt diese Verbindungen zwischen GMk und WP-Text an, die er identifizierte, mit wenig Verlegenheit angeschaut hat... Er wollte wirklich daß das GMk als ein sehr früher Text gesehen werden soll, aber weil all seine mainstream NT-Kollegen "wußten", daß die frühesten Texte Alexandrianisch waren, war es für Smith zu beschämend, daß das GMk nicht Alexandrienisch zu sein schien... Mit aller gebotenen Rücksicht auf Smith und seine Kollegen sieht dies hier wie einer jener Fälle aus, wo der Blinde den Blinden leitet ... 

Ja, leider, leider war diese ganze Mannschaft, einschließlich Smith, total blind dem gegenüber, was Westlichen Text wirklich ist und dies ist weiterhin die allgemeine Situation in diesem Gebiet bis zum heutigen Tag. Aus meiner eigenen Sicht kann es wenig Zweifel geben, daß Westliche Texte die frühesten Evangeliums-Texte sind, die wir jetzt besitzen. 


ANDERE VERBINDUNGEN ZWISCHEN DEM GEHEIMEN MARKUS EVANGELIUM UND WESTLICHEN TEXTEN, DIE SMISH BEWUßT WAREN 

Ja, Smith war sicherlich bewußt, daß das GMk wenigstens einige Verbindungen zum Westlichen Text hat. Er studierte dieses ganz kurze Manuskript und seinen Hintergrund sehr intensiv für gut über 10 Jahre und er beriet sich ständig darüber mit vielen seiner höchsten Kollegen. 

Zusätzlich zu unserem Fall Nr. 6, daß wir nur in Detail erforscht haben, nennt Smith auch 4 andere Textpassagen im GMk, der zu WP-Texten einige Ähnlichkeiten zu haben scheint. 

Diese 4 Parallelen, wie von Smith gegeben, ist eine gemischte Sammlung. Um damit anzufangen, sind keine von ihnen direkte Parallelen, da sie alle Parallelen zu den Textpassagen im Markus Evangelium oder den anderen synoptischen Evangelien sind (wie nur in einer Vielfalt von WP Evangelien bewahrt) die nicht direkt relevant sind. Und außerdem, 2 von den 4 sind durch Smiths eigenen Einlassungen ziemlich unschlüssig. 


Hier sind diese 2 die tatsächlich ganz interessant sind. 

-- kai orgisqeis o ihsous (und Jesus, der geärgert wird,) 

Die Parallele hier ist mit einem Varianten-WP-Text von Mk 1:41 (CA, S 104, 128, 360 ff) 

-- -- kai hrxato parakalein auton ina met autou h (fing an, ihn anzuflehen, daß er mit ihm sein könnte,) 


Es gibt hier einige Parallelen mit gemischtem WP MSS (CA, S. 112 364 ff)

Und das sind die 2 die Smith selbst ganz schwach zugibt. 

-- exeteinen thn ceira kai hgeirenauton (Er streckte seine Hand hervor und hob ihn) 

-- epetaxen autw o ihsous (Jesus unterrichtete ihn) 

So ist keines dieser 4 Punkte wirklich eine konventionelle Parallele d.h. eine direkte Parallele zwischen zwei parallelen Texten; eher stellen sie einige grammatische und Vokabular-Eigenheiten im GMk dar, die auch von einigen anderen griechischen Texten der WP-Art geteilt zu werden scheinen, wie der griechische Kodex Bezae. 

Offensichtlich hat Smith sehr intensiv versucht, irgendeine markinische oder synoptische Parallele aus dem GMk zu suchen, die er finden konnte, sogar  die allerkleinste (und fast kratzte er dem Faß den Boden aus, während er das machte).

Und noch aus irgendeinem merkwürdigen Grund, vernachlässigte er vollkommen die Möglichkeit, daß es einige Johannine-Parallelen zum GMk geben könnte! 


SMITH'S BESESSENHEIT

Sogar ein kurzes Durchlesen Smith's zweier Bücher über das Thema vom GMk macht es offensichtlich, daß von ihm wirklich ergriffen Besitz wurde durch seine Entdeckung. Die bloße Menge an Arbeit, die er in sein Buch CLEMENT OF ALEXANDRIA investierte ist erstaunlich, dies waren eindeutig viele Jahre harter Arbeit gewesen, die er darin investierte (Das Buch verbrachte auch viele Jahre bei den Verlegern, währenddessen sogar noch mehr Revisionen gemacht wurden). Das, was herauskam, als ein Ergebnis, scheint oft äußerst merkwürdig zu sein; die Relevanz von Vielem von dem Material, das in diesem Band eingefügt wurde, scheint bestenfalls gering. 

Mehr als total irrelevant! Was sind all diese behaupteten Ähnlichkeiten zu Homers Iliad, der er dort macht, zum Beispiel? Was ist das, was ihn hat annehmen lassen, dies alles zu machen?

Und was ist dieses ganze "clausulae" Unternehmen überall drum rum, wundert man sich? "Quantitative Rhythmen" in Clement's Satzenden? 

Tatsächlich lernen wir auf S. 75 darauf von seinem CA, daß Smith ein ausführliches Studium "der quantitativen Rhythmen bei den Enden von den Sätzen" in Clement's Buch STROMATEIS gesammelt hatte, und verglich diese sehr sorgfältig damit, wie die Rhythmen der Satzenden im Mar Saba MANUSKRIPT hinüber kommen ... Sicher es ist dort genug im Anhang C und sieht wie ein vollständiges abracadabra aus, sicher zu sein... Analysiert Smith hier Poesie oder was? Ich bin sicher, daß, wenn jemand Clement fragen würde, welche "quantitativen Rhythmen" er in seiner Prosa begünstigte, wäre er sehr überrascht gewesen, zu hören, daß er keine begünstigte ...

Deshalb - ist dieser Typ hier seriös? Kein Wunder daß viele seiner Kollegen ihn deshalb anklagten (normalerweise natürlich hinter seinem Rücken), sich aufmachten, um irgendeine Art von einem Streich zu begehen... Es scheint sicher, daß viele Kritiker Smiths echte Besessenheit fehlinterpretiert haben mit seiner Mar Saba-Entdeckung und seine ganz eigenen und oft ziellosen Studien um dieses Thema als Beweis, daß etwas falsch an seiner Entdeckung sein könnte,... 


WEITERE SCHLÜSSE DIE AUS DIESER EVIDENZ GEZOGEN WERDEN WERDEN KÖNNEN

Und deshalb ist der Hauptzweck dieses Studiums gewesen, zu demonstrieren, daß Smith kein Fälscher dieses GM gewesen sein konnte. Weil er offensichtlich sehr wenig von allen Komplikationen wußte, die mit dem Westlichen Text der Evangelien assoziiert werden -- über die großen vielen Kompliziertheiten in diesem sehr herausfordernden Gebiet des Studiums  -- wäre es für ihn unmöglich gewesen so einen Text als SMk zu fälschen.

Ihm fehlten eindeutig sowohl die Motivation als auch die Fähigkeit, so einen Text selbst zu schaffen. Wie konnte er alle jene 5 neuen WP-Lektüren in das GMk einschließen, die ich identifiziert habe, wenn er nicht einmal wüßte, existierten sie? 

Weiterhin können diese gleichen grundlegenden Argumente, wie in diesem langen Artikel umrissen, auch benutzt werden, um zu demonstrieren, daß das Geheime Markus Evangelium kaum eine mittelalterliche Fälschung gewesen sein konnte, seitdem von einem mittelalterlichen Fälscher bestimmt nicht erwartet werden konnte, mit westlichem Text vertraut zu sein. Wie bekannt ist, verschwand der WP-Text aus der Verbreitung im frühen Mittelalter, um von der byzantinischen Textart ersetzt zu werden. Also sind Chancen, daß irgendein mittelalterlicher Fälscher Evangelien vom byzantinischen Typ benutzt hätte, zu versuchen wie alles zu fälschen wäre, gering einzuschätzen. 

Wenn man sieht, daß dieses Geheime Markus Evangelium zur WP Textart gehört, stellt dieses allein das beste Argument dar für das Datieren davon vor 400 CE vor dem Aufsteigen des byzantinischen Textes.  

Andererseits, wie schon vorher erwähnt, ist es in der Textkritik fest etabliert, daß basierend auf seine unbestrittenen Schriften, die wir immer noch besitzen, Clement von Alexandrien meistens den Westlichen Text der Evangelien verwendet hat, weil dies das ist, was er typischerweise in seinen Schriften zitierte. Folglich ist das Geheime Markus Evangelien dem WP-Text zugehörend, in völliger Vertägichkeit mit diesem GMk, das ursprünglich aus Clement 's eigener Feder stammt.

Zusammenfassend machen es die oben erwähnten Überlegungen sehr wahrscheinlich, daß das, was Morton Smith im Mar Saba Mönchs-Kloster entdeckte, tatsächlich ein authentischer Brief von Clement von Alexandrien ist. Nach allem ist es doch sehr schwierig einzusehen, warum jemand so einen Brief zwischen der Zeit Clement's eigener Lebensdauer (er starb früh im 3. Jahrhundert) und dem Ende vom 4. Jahrhundert fälschen gewollt hätte, als der Westliche Text aufhörte zu kursieren. Der Stil des Briefes ist eindeutig Clementinisch und er sagt im Grunde das, was von Clement erwartet werden konnte. Deshalb wird es vielleicht als vorrangig angenommen, daß es kein anderer als Clement selbst war, der diesen Brief schrieb.

Yuri Kuchinsky  


       
http.//www.trends.ca/~yuku/bbl/secmk.htm


Glossar

Westlicher Text
Man unterscheidet heute vier Texttypen, nämlich den "alexandrinischen", "westlichen", "byzantinischen" und "cäsareischen". Diese Textfamilien wurden vermutlich durch ihre Entstehungsorte begründet.

In den Zentren der frühen Christenheit, d.h.

Alexandrien in Ägypten,
Cäsarea in Palästina,
in Byzanz (Osten) und
in Nordafrika und Rom (Westen)

wurden Abschriften des NT angefertigt. Im Laufe der Zeit entstanden deshalb regional unterschiedliche Texttypen, nämlich der

der alexandrinische (Alexandrien),
der westliche (Nordafrika / Rom),
der byzantinische (östliche, Konstantinopel = Byzanz)) und der
Cäsarea-Text, wobei es fraglich ist, ob dies überhaupt ein eigener Texttypus ist.

a) Der alexandrinischer Text (wertvolle Textüberlieferung)
P75 (Bodmer XIV-XV; Fragmente von Lk und Joh)
P66 (Bodmer II; Evangelien),
P46 (Chester Beatty II; Paulusbriefe),
P72 (Petrusbriefe und Judasbrief),
Codex À (Codex Sinaiticus; ca. 340 n. Chr.)
Codex B (Codex Vaticanus; ca. 300 - 325 n. Chr.),
Codex C (Codex Ephraemi ; ca. 5 Jh.)
Codex L (Codex Regius, 8 Jh. ; Evangelien)
Codex Q (Codex Guelferbytanus B, 5. Jh.)
Codex T (Codex Borgianus, 5. Jh.)

b) Westlicher Text (nicht sorgfältig überlieferter Texttypus)
Als Vertreter dieses Typus gelten
Codex D (Codex Bezae, 5. Jh.);
Manuskripte aus Nordafrika (Tertullian, Cyprian, einige altlateinische Übersetzungen),
Manuskripte aus Italien (Novatian, einige altlateinische Übersetzungen) und Südfrankreich (Irenäus).
Viele charakteristische Lesarten finden sich aber auch im Osten (Tatian, und Vetus Syra) und gelegentlich in Alexandrien (einige Zitate bei Clemens, in P66 [in Joh 6-7], in S [in Joh 1-8] und in W [in Mk 1-5].

c) Byzantinischer Text (minderwertige Textüberlieferung)
Als Vertreter gelten z.B.
Codex A (Codex Alexandrinus; um 450; nur in den Evangelien),
Zitate in antiochenischen Kirchenvätern (die Kappadozier, Chrysostomus [gestorben 407], Theodoret von Zypern);
die frühesten vollständigen Zeugen datieren in das 8. Jh. (E, 0).
Diese Gruppe umfasst über 80% aller griechischen MSS des NT.




2003.09.14